Beendigung der Tour

Nach reiflicher überlegung habe ich mich im Laufe des Ruhetages dazu entschlossen die Hochlandquerung dieses Jahr nicht anzugehen.

Ich habe mich fast die ganze Zeit irgendwie komisch gefühlt.. nicht am rechten Platz.

Vielleicht lag es an der halbwegs spontanen Vorgeschichte, wie es zu dieser Wanderung kam, oder dem Wissen wissen das ich in der Coronazeit unterwegs bin (selbst auf dem Laugavegur waren die Coronamaßnahmen nicht übersehbar). Gleichzeitig war auch daheim noch einiges los was ich eigentlich nicht verpassen wollte.

Ich werde ja immer wieder gefragt wie ich das schaffe fast 800km am stück zu wandern mit großem Gepäck und all dem Pipapo.. Ich antworte für gewöhnlich das Langstreckenwandern nur Kopfsache ist, laufen kann jeder (der halbwegs gesunde Beine hat), man muss es nur wollen.

Warum auch immer, dieses Jahr wollte sich die Wanderlust nicht richtig einstellen, also habe ich mich dagegen entschieden etwas zu tun worauf ich offenbar keine rechte Lust habe.

Stattdessen habe ich mein Programm für eventuell nicht genutzte Reservetage in die Tat umgesetzt und war noch ein paar Tage in Reykjavik.

Whale watching stand auf dem Plan, und das war einfach nur toll! Das wäre sehr schade gewesen wenn ich das verpasst hätte! Reulär hätte ich ja nur einen Tag dafür Zeit gehabt, so konnte ich mehrmals los.

Anschließend bin ich dann deutlich eher heim.

Hallo!

 

Gruß euer Bresh

Tag 5 Alftavatn – Landmannalaugar

Freitag 21. August, ca 24 Kilometer 550 hm rauf und 520 runter

Heute habe ich eine etwas längere etappe vor mir, also bin ich zehn nach acht unterwegs. Der Weg geht sich super, irgendwann geht es dann echt steil hoch auf den Gebirgszug, von da hat man eine Super Aussicht, und man betritt eine andere Welt. überall sprodeln Dämpfe aus dem Boden und ein Geruch von altem Furz liegt in der Luft =D

Solange man den Dampfschwaden fern bleibt isses okay, aber direkt drin stehen sollte man nicht 😉

Hier oben geht es dann noch ganz gut auf und ab, vor den Hraftinusker Hütten kommen viele ziemlich fiese Rinnen die einen immer 10m steil ab und wieder aufsteigen lassen.. Das schlaucht!

Nach den Hütten geht es dann wieder an einigen heißen Quellen vorbei, das wandern hier ist wie in einem Gemälde zu laufen

Nicht viel später geht es dann an einem großen Feld erstarter Lava entlang nach Landmannalaugar, hier ist morgen erstmalein Ruhetag angesagt.

Generell stellt sich kein richtiges Wanderfeeling ein dieses Jahr. Naja mal schauen wie ich nach dem Schlafen denke und entscheide morgen wie es weiter geht.

Gruß Bresh

Tag 4 Emstrur – Alftavatn

Donnerstag der 20. August, ca 16 km 580 hm rauf und 500 runter

Die Nacht war wirklich kalt, allerdings ist mir nichts gefrohren also war es noch über null grad, das Thermometer im Zelt hat 3 grad angezeigt. leider waren weiter im Tal alle Zeltstellen schon belegt als ich gestern angekommen bin, so das ich etwas mehr im Wind, viel weiter oben mein Lager aufgeschlagen habe.

Der Kälte zum trotz bin ich aber dennoch recht früh raus und halb neun Abmarschbereit, heut erwarten mich nur einige wenige Hügel wohl nicht einmal 100 hm am Stück.

Die erste Hälfte des Tages führt mich durch eine Wüste, dann kommt eine größere Furt, der Rest geht dann durch sanfte Hügel wie aus Herr der Ringe. Eine kleine Furt späterbin ich dann auch schon da.

Da das Wetter heut so gut ist, entschließe ich mich hier zu bleiben und meine Wäsche zu waschen. Außerdem kann man hier sehr gut in der Sonne chillen!

Morgen also 20 km nach Landmannalaugar, dann ist der erste Teil geschafft!

Gruß aus Eisland!

Tag 3 Laugavegur is calling

Mittwoch 19. August, ca 16 km, 668 hm rauf und 425 runter

Ich fang mal bei gestern an.. da ich so zeitig da war, hatte ich natürlich viel zeit am Camp. Während dieser Zeit bin ich mit zwei Belgiern ins Gespräch gekommen, wir haben uns viel unterhalten und auch ein, zwei Bierchen zusammen genossen. Entsprechend bin ich heute morgen nicht richtig aus dem Sack gekommen, zumal es in der Nacht auch noch zu regnen begonnen hat.

Heut ging es also erst um 10 Uhr los wahrscheinlich mein spätester Start jemals.. =D

Naja das Wetter ist heut auch nicht wirklich ermutigend, die erste Flussquerung auf dem heutigen Weg kommt ohne Brücke aus, also darf ich bei Nieselregen durchs Knietiefe Gletscherwasser.. Immerhin bin ich nun wach^^

Der Weg selber ist heute nicht wirklich besonders, es geht immer mal auf und ab aber insgesammt ist er gut zu gehen, wo bei es für mich heut dann doch mehr auf als ab geht.

Die Brücke über den großen Gletscherfluss ist dann nochmal ein “Highlight” und dann gehts hoch nach Emstrur/Botnar. hier bleib ich heute, ich zelte gern in Gesellschaft, zeit zum allein sein habe ich wohl noch mehr als genügend^^

Gruß euer Bresh

Tag 2 Fimvörthuhals – Langidalur

Dienstag der 18. August, ca 12 km 197 hm rauf und 1017hm runter

Heute hab ich eine weite Wegstrecke vor mir, geplant habe ich 27 Kilometer, allerdings habe ich daran so meine Zweifel nach dem gestrigen Tag. Abgesehen davon bin ich nicht auf der Flucht.

Ich entscheide mich also spontan zu entscheiden wie weit mich meine Füße heute tragen werden. Fürs erste geht es von dem Grat runter. Anfangs warten einige Schneefelder und sandige Abschnitte. die zehren an den Kräften aber es geht vorran!

Nach 2-3 Kilometern kommt mein erstes “hraun” ein Feld aus erkalteter Lava, der Ausbruch war 2010. In diesem Abschnitt sind die Felsen sehr Scharfkantig und ein Weg ist nicht erkennbar, aber sehr interessant ist es alle mal!

dann beginnt der Abstieg, und wie er beginnt das erste 200 hm Stück ist wirklich steil und teilweise mit Ketten gesichert. anschließend ist der Weg gut zu gehen und zum Mittag bin ich an den Langidalurhütten.

Hier entscheide ich das ich heut nicht weiter gehen werde. Es gibt hier alles was man braucht, auch Bier!

Da lass ich den Wanderweg doch gerne bis Morgen warten!

Grüße, euer Bresh!

Da gings los
Vulkankegel von 2010 mit “hraun” im Vordergrund
hier gings für mich nur rückwärts runter
es wird grüner
Feierabend!

 

Tag 1 Skogár – Fimvörthuhals

ca 14 km 1167hm hoch und 151 hm runter

Heute bin ich wieder zeitig wach, ich muss mein Paket für die zweite Tourhälft aufgeben. Nach dem Frühstück packe ich dann meinen Rucksack fertig und vormittags mache ich dann los. Am Umsteigebahnhof komme ich dann unverhoft noch dazu Helgi persönlich kennenzulernen. Sehr sympathisch, wir verabreden uns auf ein Bier nach der Tour.

Irgendwann kommt dann der Bus nach Skógar. alles in allem bin ich dann nach 15 Uhr endlich am Startort, zum Glück sind die Nächte kurz und die Tage lang, mitte August auf Island.

Man mehrkt sehr gut das der Skógarfoss ein beliebtes Ausflugsziel ist hier sind selbst in diesem Jahr nicht wenige menschen unterwegs!

Der Weg folgt weitestgehend dem Fluss und führt an dutzenden Wasserfällen entlang bis es dann über eine Brücke geht und auf die Fimmvörduhálskali zu. Hier wird es dann etwas steiniger.

Gegen 21:15 bin ich dann am Ziel und nach kurzer Verschnaufpause gibt es dann noch einiges zu erzählen, wir sind hier heute zwei schweizer, zwei deutsche und der isländische Hüttenwart.

Um 12 geht dann das Licht aus, ein anstrengender aber schöner erster Tourtag liegt hinter mir, viele weitere mögen noch folgen..

bis dahin, euer Kraxel-Bresh (heut gehts alles wieder runter)

 

Auf gehts!

Dieses mal geht der Flug günstig so das ich an einem Tag bis ans Ziel komme! nicht mal allzu zeitig muss ich raus, so gefällt mir das!

Der Flughafen in Berlin ist gespenstisch leer, da war ja auf dem Bahnhof in Zittau mehr los denk ich mir so..

leerer Flughafen

Beim Flug an sich hab ich dann eine ganze Reihe nur für mich, was mich aber nicht davon abhält den halben Flug zu verschlafen =D kurz vor der Landung kommt dann der Vatnajökull in Sicht, der ist echt beeindruckend! Das ist der größte Gletscher Europas!

Vatnajökull

Bei der einreise werde ich dann ausführlich befragt wo ich die letzten 14 Tage war, und da ich nur in Deutschland war darf ich dann ohne weiteres gewese einreisen.

Der Rest ist schnell erzählt, ich bin in die Unterkunft, war einkauren und hab mein Paket für morgen vorbereitet. Anschließend war ich ein wenig flanieren und zum Abend essen.

Dann kann es ja morgen wirklich los gehen!

Gute Nacht, euer Bresh

Ein bisschen Statistik zu meiner Nordkalottledenwanderung!

Strecke

Gelaufene Kilometer: ca. 780 (davon ca. 753 dem Nordkalottleden -NKL- folgend)
Unterwegs (NKL): 37
Lauftage (NKL): 33
Kilometer/Tag: 22,8
Ruhetage: 3 (+1 Abwettern)

Nächte

Anzahl: 36
davon im Zelt: 22
“Wild”: 11
In einer Hütte/Jugendherberge/Hotel: 14
Längste Serie an Zeltnächten: 10
Längste Serie an Nächten in einem Gebäude: 6

Wetter

minimale Temperatur (Nachts beim Fotografieren): +2°C
maximale Temperatur : +22°C
überwiegend sonnige Tage: 16
Sonne Wolken Mix: 10
Tage mit weniger Regen: 7
Tage mit viel Regen: 4

Geld

Bargeld Ausgegeben: ca 5.000SEK und 1.000NOK
Für ÜN im Zelt: 100 SEK
Für ÜN in Hütten: 1.000 NOK
Für ÜN im Hotel/Jugendherberge: 130 € + 1.000 SEK
Im Restaurant: ca. 50 € +1.000 SEK
Sonstige Verpflegung: ca 120 € + 3.000 SEK

Gesamtausgaben ohne Anreise: ca 2.000 €

Anmerken muss man hier, das nur ein Bruchteil des Bargeldes nötig gewesen wäre, nahezu alles hätte man mit Karte bezahlen können.

Diverses

gelaufene Blasen: 2 kleine an den Zehenspitzen der “Zeigezehen”
längste Zeit ohne warme Dusche: 11 Tage
Längste Zeit ohne (kalte) Dusche/Bad: 6 Tage
Längste Zeit ohne T-Shirt waschen: 11 Tage
Anzahl der genutzen Saunas: 7
Tage ohne Andere Menschen (Patrik zähle ich nicht mit): 0
Wenigste andere Menschen pro Tag (Patrik zähle ich nicht mit): 1
Meiste andere Menschen pro Tag: ca 1.500 (mit Ausnahme des Fjällräven Classic sollten es ca 50 sein)
Unplanmäßige ausflüge abseits des “Weges”: dutzende
Stürze: 0
Abgefangene “beinahe Stürze”: ca 10

Die letzten Tage in Schweden (für dieses Jahr)

Hallo liebe Leser,

mittlerweile bin ich wieder zu Hause, und will euch die versprochenen Beiträge liefern. Zuerst die Zusammenfassung der Tage bis zum Rückflug.

Ich hatte für jeden der größeren Abschnitte jeweils einen Reservetag eingerechnet, habe am ende aber nur einen Tag abgewettert, bin also mit einen gutem Polster in Kvikkjokk angekommen, allerdings nicht mit genügend Zeit für die angedachte Tour über den Skierffe nach Saltoluokta. Das Wetter sollte auch an zwei der folgenden Tage nicht so prall sein, also habe ich mich entschlossen nur eine Nacht in Kvikkjokk zu bleiben und dann via Jokkmokk nach Gälivare zu fahren, wo am 9. September mein Rückflug startete.

Der Bus nach Jokkmokk ging, mittlerweile waren wir außerhalb der Saison, nur noch einmal am Tag, um 5:20 Uhr kombiniert mit dem Schulbus.

Das hieß also Zeitig aufstehen um den einzigen Bus aus der 18 Seelen Gemeinde Kvikkjokk zu bekommen. Der große Reisebus war dann fast voll zur Abfahrt, und auf dem Weg stiegen noch 4 Schulkinder ein.

Jokkmokk ist auch keine große Stadt, obwohl es ein Zentrum der Samischen Kultur ist, hier ist im Winter einer der ältesten jährlich stattfindenden Märkte, dann ist im Umkreis jedes Bett doppelt belegt^^

Doch ich war an einem leicht verregneten Tag im Herbst hier. Das erste was ich tat, war dem Bäcker einen Besuch abzustatten. Die ersten frischen Backwaren seit Wochen! (auch in Abisko und Kilpisjärvi gab es zum frühstück keine frischen Brötchen) Das war ziemlich lecker und im ICA gab es kurze Zeit später auch Pflaumen und leckeren Apfelsaft für mich.

So gestärkt ging ich dann erstmal in das Samimuseum, welches sich nicht nur mit der Samischen Kultur befasst, wie ich herausgefunden hatte, sondern auch eine größere Naturkundeausstellung umfasst, welche sich mit der Lappländischen Flora und Fauna auseinander setzt.

Das Museum fand ich richtig klasse, und kann es nur jedem Empfehlen der in Jokkmokk weilt, ich habe übrigens 2 Stunden darin zugebracht.

Der dazugehörige Souvinirshop ist übrigens sehr gut sortiert, in Gällivare gibt es keinen mit solch einer Auswahl, Andenken also von dort mitnehmen!

Die exponate waren sehr schön zusammengestellt

Na wer findet den Besucher der sich frech aufs Bild geschmuggelt hat?

Nach dem Museumbesuch, der länger gedauert hat als gedacht, war dann nicht mehr so viel Zeit bis zur Abfahrt des Busses nach Gällivare. Ich bin also im Nieselregen wieder zur Bushaltestelle und habe dann dort im Gebäude gewartet, die Busfahrt selbst war dann recht Kurzweilig, eine Ultraleichwanderin aus Deutschland war mir eine sehr angenehme Gesprächspartnerin, aber für sie ging es in Gällivare dann am selben tag noch mit dem Nachtzug weiter. Ich blieb noch für ein paar Tage.

Der Folgetag war weniger spannend, ich bin glaube ich jede Straße in Gällivare entlanggelaufen und war sogar fast im Nachbarort um die beiden großen Supermärkte dort nach Andenken zu durchstöbern. Hat sich nicht wirklich gelohnt, aber immerhin waren ein paar Stunden beschäftigung drin.

Der nächste tag war schon schöner, auch vom Wetter her, da machte ich einen Ausflug auf den Dundret. Das ist der Hausberg von Gällivare, von oben kann man wohl ca 10% von Schweden sehen!

Und wirklich, die Aussicht war echt schön, im Westen konnte man die Gebirgskette ab etwa der höhe Abisko bis ca Kvikkjokk sehen.

leider ist mir kein Panorama gelungen, wie das welches ausgestellt war, aber der Blick war echt klasse!

Auch das Hochplateau welches die Gipfelregion bildet war schön!

Als ich zurück war hatte ich dann an die 23 Kilometer und 600 Höhenmeter in den Beinen, allerdings hab ich gemerkt das ich gut im Wandertraining bin, ich fand das null anstrengend!

Den letzten Tag habe ich dann weitgehend gefaulenzt, ich musste ja auch zeitig raus. Mein Flug ging um 6 Uhr, für alle die von Gällivare fliegen.. nehmt das Sammeltaxi zum Flughafen, das ist recht günstig, und man muss nicht 5 Uhr am Flugplatz sein, wie in den Check-In Unterlagen gefordert.

Der Flugplatz öffnet erst 4:45 Uhr, und der letzte Passagier kam 5:45 Uhr in den Wartebereich und ist auch noch mitgenommen worden^^

Die Rückreise hat dann perfekt geklappt, ich war pünktlich in Stockholm, die zwei Stunden umsteigezeit haben locker gereicht um das Gepäck neu aufzugeben. Dann gings über Düsseldorf und Dresden wieder nach Sachsen, und in Dresden habe ich auch meinen Zug in die Oberlausitz bekommen.

Rückzus bin ich also ohne Probleme von nördlich des Polarkreises an einem Tag pünktlich zum Abendbrot wieder daheim gewesen!

Der Statistikbeitrag kommt dann auch noch, keine Bange 😉

Gruß Bresh