Tag 19 Der Leuchturm

Dienstag 2. Juni, Sandwood Bay – Cape Wrath Ligthouse ca 13 Kilometer

Heute morgen bin ich mal wieder Zeitig wach, kurz vor sechs kriech ich dann das erste mal aus dem Zelt, und siehe da, zum einen scheint die Sonne und zum andren ist der Kollege welcher 100m weiter gezeltet hat schon verschwunden. Der will die ersten Kilometer wohl lieber durch Sand laufen und sich die ersten Höhenmeter sparen^^ Immerhin ist momentan früh morgens Ebbe, da kann man die ersten Klippen unten am Meer umgehen.

Bis ich abmarschbereit bin Ist die Sicht weg

Dann Beginnt es sich langsam zuzuziehen, das sieht nach regen aus, also sehe ich zu das ich packe und soviel Sand wie möglich hier lasse. kurz vor sieben lauf ich dann los. Bis zum Strath Chaillach River ist der weglose Abschnitt garnicht mal so Weglos, ganz im Gegenteil, es gibt einen klaren Pfad der sogar recht trocken ist. die Flussquerung ist kein Problem, anschließend verliert sich der Pfad. Auf dem „Gipfel“ des Cnoc a Gheodha Ruaidh (was für schräge Namen es doch auf gälisch gibt^^) mach ich Pause.

Blick nach vorn

Anschließend geht es weitestgehend Weglos weiter, am Keisgeig River beginnt der Truppenübungsplatz, da ist ein abenteuerlicher Unterstand und um den Abstiegt zum Fluss und den folgenden Aufstieg gibt es sogar einen Pfad.

Aber hier mach ich windgeschützt erstmal Pause.

gibt sogar nen Überstieg über den Stacheldrahtzaun!

Da es keine roten Flaggen gibt, ist das Betreten des Übungsgeländes gestattet, man soll lediglich mit Munition spielen, sollte man welche finden, sagen die Hinweisschilder. Also gut.. dann eben nicht =(

Nach dem folgenden Anstieg geht es eigentlich die ganze Zeit irgendwie bergab auf feuchten Wiesen. Das Meer zu meiner Linken schreite ich gemütlich vorran. Auch wenn das hier Weglos ist, ist es ein angehm weiches gehen. Nach einer Weile steige ich in eine kleine Schlucht ab und folge dieser bis zu dem kleinen Anstieg zur „Straße“.

Süße kleine „Schlucht“

Die Straße sieht arg mitgenommen aus, ein wunder das hier ein normaler PKW durchkommt. aber man sieht das der Fahrweg scheinbar mal Asphaltiert war^^

Hinweisschild das der Übungsplatz beginnt (kurz vorm Leuchturm, das Areal dort ist nicht teil des Übungsgeländes)

Mittlerweile zieht eine dichte Wolkensuppe auf, ich kann den Leuchtturm erst erkennen als ich vielleicht 200m vor ihm stehe.

Authentisches finisher Selfie mit Wolken am Cape Wrath Lighthouse

Das ankommen war, wie auch auf anderen Touren ein sehr besonderer Moment, ein emotionales Highlight quasi 😉

Besonders nach den Ereignissen vom letzten Jahr, ich erinner mich zwangsläufig an Bernard und widme ihm einen Moment. Er kann sein Cape Wrath Abenteuer leider nicht mehr abschließen.

Ich hingegen bin nach ziemlich genau 375 Kilometern nach 19 Tagen am Ende dieses Weitwanderweges angekommen.

Hier gibt es ein Café da ruhe ich eine Weile aus und esse etwas. Anschließend will ich noch nicht in den Bus steigen, ich werde noch zur Kerveig Bothy laufen und mich dort morgen Mittag vom Bus einsammeln lassen.

Sandwich mit Chips und Cola =D

An der Stelle bedanke ich mich bei all den tollen Leuten die ich kennenlernen durfte. Jack und Rich, James, Neil, Andy.. um nur die zu nennen mit denen ich länger zu tun hatte. Und ein besonderer Dank geht an die nette Dame von Leuchtturmcafé, super freundlich und mit einem tollen Tipp für die Strecke zu Bothie!

Der Teil nach dem Leuchtturm soll nicht Part des Reiseberichts an sich sein, eventuell fasse ich das anschließend noch zusammen. Fürs erste soll der Reisebericht hier enden.

Danke an alle Leser und vielleicht auch bald zuschauer, ich habe es erstmals geschafft jeden Tag genug Videomaterial zu filmen, das da bestimmt was auf Youtube draus wird 😉

Bis zum nächsten Wanderausflug

Euer Wanderbresh👋

Tag 18 am Meer

Montag der 1. Juni, Kinlochbervie – Sandwood Bay ca 14 Kilometer

Als ich wach werde scheint die Sonne und es ist keine Wolke zu sehen, bin ich wirklich im norden Schottlands?

Frühstück in der Sonne

Dank des geschotterten Untergrundes bei den Picknicktischen halten sich auch die Midgets in Grenzen so das ich draußen Frühstücken und die Zeit bis acht Uhr verdaddeln kann. Solange muss ich namlich warten das der Spar aufmacht, dort habe ich über nacht meine Powerbank aufladen lassen und will noch etwas zum Futtern für Heut und Morgen kaufen.

Hier gibts noch einen Sparmarkt!

Als das erledigt und die Powerbank wieder in in meinem Rucksack ist, geht es los fur heute. Fürs erste folge ich einer kleinen Highlandstraße bis nach Blairmore. Das sind etwa sieben Kilometer und ich bin schnell etwas genervt da hier unerwartet viel Verkehr ist. Die Straße ist einspurig und ich muss immer wieder neben die Straße treten und abwarten bis das jeweilige Auto durch ist, dabei ist hier oben doch nichts auser drei Häusern..

Als ich am Abzweig nach Sandwood Bay ankomme erkenne ich einen Grund für den Verkehr.. Sandwood Bay ist scheinbar eine kleine Attraktion. Hier gibt es einen Wanderparkplatz (der erste den ich auf dieser Tour sehe) sogar mit Klohäusschen! Als ich dort ankomme mach ich erstmal Pause, es gibt sogar Sitzbänke!

Beim Losmachen stehen hier 15 Autos!

Die restliche Strecke an die Bucht ist super instand gehalten, solche Wege hätte es zwischendurch ruhig öfter mal geben können!

Der erste Blick auf Sandwood Bay

Ich kann zwischendurch sogar schon den Leuchtturm sehen! Aber der interessiert mich heute nur am Rande, der steht morgen auf dem Programm 😉

erstmal laufe ich auf die andere Seite der Bucht und quere ein Flüsschen, dann brauch das nicht morgen gleich zu beginn tun. Unten am Ufer habe ich sogar Empfang!

Als ich grade fertig mit dem Zeltaufbau bin, kommt tatsächlich Andy vorbei. Er ist heute wirklich spät gestartet und will aber heute noch zum Leuchtturm und nach Kerveig. Wir quatschen kurz und veilleicht sehen wir uns in Edinburgh, er wohnt nämlich dort und ein Rückflug startet da.. Ich hab mir noch nicht richtig überlegt was ich mit meinen restlichen Tagen mache.. naja jetzt habe ich schonmal eine Option mehr^^

Andy an der Sandwood Bay

Als er dann Weg ist mache ich viel Pause, geh noch mal ans Ufer und gugg viel rum.

Bild Felsnadel

Später stelle ich fest das man aufgrund der einsetzenden Flut nicht mehr zu dem Bereich mit Empfang kommt. Allerdings stört mich das überhaupt nicht. So kann ich ohne Ablenkung das tolle Wetter genießen. Laut vorhersage sollte es nach der Mittagszeit ausgiebig regnen. Tut es aber nicht, find ich gut!

Am Abend geniese ich dann ein Cider welche ich extra dafür mit hier her gebracht habe und schau noch lange in die Wellen!

Cider am Meer

Morgen dann noch elf Kilometer zum Leuchtturm!

Grüße euer Wanderbresh

Tag 17 keine Gaststätte :(

Sonntag der 31. Mai, Loch nan Ealachan – Kinlochbervie ca 27 Kilometer

Ich glaub ich hab den ganzen Urlaub bisher noch nicht soviel geschlafen wie seit gestern Nachmittag, ich stehe auch tatsächlich erst um sechs auf oO

Dieses Bild heißt „Der Ginster und das Zelt“

Nachdem ich gestern den kleinen Umweg zu dieser Halbinsel gegangen bin, muss ich diesen nun an der Straße wieder zurück.

Ich entscheide mich auch direkt bis zur Loch Stack Lodge dem Straßenverlauf zu folgen, und mir den Tag somit etwas zu vereinfachen. Da es kurz nach dem Start zu nieseln begint, bin ich ob dieser Entscheidung ziemlich zufrieden.

Kurz nach der Loch Stack Lodge

Nach der Lodge wechselt der Untergrund zu einem ATV Track, nach etwa 5 weiteren Kilometern verlasse ich diesen um „Weglos“ nach Riconich zu gelangen.

„Weglos“

Naja so wirklich Weglos ist hier nichts, es gibt die gesamte Zeit einen klaren Pfad. Dieser is mal mehr, meist weniger angenehm zu gehen. In großen Teilen ist das Gehen hier sehr Nass, allerdings komme ich gut vorran.

In Riconich

Ich komme vor 14 Uhr an der Straße raus und mach erstmal ein Päusschen. nun fehlen noch etwa 7 einhalb Kilometer bis zum Campingplatz und den Fish & Chips!

Ich werde beim pausieren beobachtet, und beobachte zurück!

Den Part auf der Straße lege ich an einem Stück zurück, eigentlich wollte ich bei den „berühmten“ London Stores eine Colapause machen, da ist aber zu :/

Als ich halb vier kur vir dem Ziel bin, kommt mir Andy entgegen, er ist seit etwa eineinhalb Stunden hier und fertig mit Rasten. Er will noch die 10 Kilometer zur nächsten Bothy. Ich lehne dankend ab, ich hab ja schon fast 27 Kilometer auf dem Tacho stehen.

Anschliesend muss ich feststellen das dass Café leider geschlossen hat.. also kauf ich im Supermarkt ein paar leckereien und quatsche noch ein gutes Weilchen mit Andy bis er weiterzieht, wenn nichts ungeplantes geschieht sehen wir uns wohl nicht mehr. So tauschen wir unsre Nummern aus und wünschen us jeweils gutes gelingen, bevor sich unsre Wege trennen.

Den restlichen Nachmittag sitz ich dann tatsächlich in der Sonne und Nasche vor mich hin =D

Hübsch hier

Gegen 18 Uhr zieht es sich zu und ich verkrümel mich ins Zelt. Nach dem Abendbrot schlaf ich schon wieder ein, allerdings werd ich nochmal wach als der Regen aufhört und lausche noch ein Weilchen den Wellen. Ich glaub heut war ein guter Tag! Morgen laufe ich nur bis Sandwood Bay, das sind nur etwa Zwölf Kilometer, also habe ich morgen viel Zeit für Regeneration =)

Bis dahin euer Wanderbresh

Tag 16 Puh das war harter Stoff

Sonnabend 30. Mai, Glencoul Bothy – Loch nan Ealachan ca 21 Kilometer

Die Nacht war wieder ziemlich okay, und die Morgenroutine sitzt mittlerweile. Heute breche ich gegen halb sieben auf und der Tag beginnt mit einem feinen Anstieg

Blick zurück

Ich schraube mich auf etwa 250 Höhenmeter um dann wieder abzusteigen zur Glendhu Bothy. Andys Entscheidung gestern nicht mehr weiter zu gehen stellt sich als gute Idee heraus, man läuft immer wieder ausgesetzt am Steilhang mit ausreichend Höhenmetern freiem Fall, das der Aufprall nur kurz weh tut und man nachher nie wieder Schmerzen hat^^

Beim Abstieg erwische ich ein besonders schlammigen Abschnitt, der auch ziemlich steil abfällt, das macht mir nicht besonders viel Spaß so das ich viel mit fluchen beschäftig bin.

na wie tief war wohl das Boghole?

An der Bothy angekommen mach ich erstmal ziemlich lange Rast, es ist ziemlich hübsch hier denk ich mir so, aber dann ziehe ich weiter, irgendwann muss ich ja auch mal ankommen^^

Auf dem Weg in Richtung Ben Drevies, ich schraub mich mal wieder ein paar hundert Höhenmeter rauf, komme ich viel ins Grübeln. Andy der Mittlerweile aufgeschlossen hat, lenkt mich zwar etwas ab, aber am ende verweile ich doch in einer Art Wandermelancholie, vielleicht bin ich einfach auch nur erschöpft?

herrlich offene Landschaft

Ich entscheide mich den Gipfel, buchstäblich, links liegen zu lassen und steige in Richtung Lochmore Lodge ab, dahinter ist eine Landzuge in den See ragend, welche von oben vielversprechend zum zelten aussah.

Unten angekommen ist sie es aber nicht so richtig, allerdings quetsch ich mich und mein Zelt irgendwo zwischen die Ginsterhecken auf ein ebenes stück Erde.

Geschafft, das Zelt steht bis der vorhergesagte Regen, gegen halb vier rum einsetzt. Damit bin ich heute etwas kürzer gelaufen als geplant und habe einen kleinen Umweg morgen vor mir. Aber hier bin ich immerhin etwas von der Straße weg.

Lochmore Lodge

Für morgen bleiben mir also ca 26 Kilometer bis Kinlochbervie und dem Supermarkt, auch eine Gaststätte gibts dort. Ich glaub so fettige Fish and Chips helfen meiner Stimmung morgen auf die Sprünge 😉

Kaum bin ich mit dem Lageraufbau fertig döse ich weg, werd ein zwei mal kurz wach weil das Handy wackelt, ja ich hab hier sogar Empfang(!), aber dös dann wieder weg. Gegen 19 Uhr wache ich auf weil ich Hunger bekomme..

Vielleicht bin ich wirklich nur erschöpft, erschöpft vom Wandern^^

Gruß euer Bresh

Tag 15 was für ein Kontrast

Freitag der 29. Mai, Abzweig am Ben More Assynt – Glencoul Bothy ca 25 Kilometer

Als ich heute Wach werde höre ich die ersten Tropfen des Tages, mal sehen was der bringt^^ Außerdem habe ich Asche auf meinem Zelt oO hab ich einen großen Vulkanasbruch in Island verpasst?

Bereit zum Aufbruch

Ich wähle den Weg östlich um den Berg und der Tag beginnt mit einem ziemlich okayen Weg welcher mich fast 300 Höhenmeter nach oben bringt. Den Restlichen Tag werde ich in etwa die Höhe halten bis es zur Bothy runter auf Meereshöhe geht.

Der Pfad ist etwas Nass von Zeit zu Zeit

Ich folge dem Pfad so gut es geht, zwischendrin wird er sehr unscheinbar aber dann wieder weit und gut Sichtbar. Zumindest bis zum Loch Bealach a’Mhadaidh etwa um den See herum wird das Gelände sehr steinig und einen Pfad zu finden entsprechend schwierig. Der Abetieg zum Gorm Loch Mor ist naja sagen wir mal Spannend zumal es mittlerweile zu regnen begonnen hat.

Pause am Loch

Als ich zum Ende des Sees laufe kommen starke Böen dazu und ich entscheide mich von beiden weglosen Varianten hier für den Weg durch die Torfhügel zum Loch an Eircill zu entscheiden. Die andera Variante würde mich höher führen und einen steilen ausgesetzten Abstieg beinhalten. Bei dem Wetter? nein Danke!

Kein einfaches Gelände

Der Weg über die Torflandschaft ist ziemlich anstrengend und der Regen plus die Böen machen es nicht grad zu einem Sonntagsspaziergang. Doch irgendwann komme ich an die ATV Fahrspur und kann immerhin auf ziemlich gutem Untergrund den restlichen Weg zurücklegen.

RIP in Peace Kollege

Da Wandert die Mülltüte mit Beinen also gen Tal. Die Böen sind Teilweise so heftig das ich einen Ausfallschritt machen, stehen bleiben und leicht in die Hocke gehen muss um auf den Beinen zu bleiben Oo (später erfahre ich das Böen bis 70 Km/h heute morgenin der Vorhersage waren)

Ich Winde mich also in diesem tollen Wetter runter bis zur Bothy und als ich eintrete bin ich Komplett durchweicht. Zu meiner Freude bin ich nicht allein, Andy (ihn hab ich vorgestern an der Schoolhouse Bothy getroffen ist hier und hat beschlossen heut hier zu bleiben und nicht weiterzugehen obwohl er heut noch nicht weit gegangen ist, aber der starke lässt ihm den Weg über den nächsten Hügel zu gefährlich erscheinen. Ich stimme ihm zu (auch wenn ich eh nicht weiter wollte)

Blick aus der Bothy

Später kommt noch Fiona, auch sie ist komplett durch und froh einen trockenen Schlafplatz zu finden. Während ich schreibe haben die beiden ein Feuer anbekommen und ein weiterer Wander trifft ein. Ich gesell mich mal zu ihnen.

Bis später euer Wanderbresh

Tag 14 Sonne satt in Schottland

Donnerstag der 28. Mai, Schoolhouse Bothy – Weggabelung am Ben More Assynt ca 25 Kilometer

Es ist keiner mehr an die Bothy gekommen als ich mich dort bereits breit gemacht hatte, ich hatte also eine ruhige Nacht ind der Bothy ganz für mich allein. Am Morgen scheint bereits um sechs uhr wieder volle Kanne die Sonne (ja ich hab heut mehr als eine Stunde länger geschlafen!)

Sonne am Morgen

Ich starte dann bereits gegen sieben Uhr, ich möchte heute etwa 25 Kilometer gehen und möglichst nicht allzu spät ankommen um mir mit meinem Zelt etwas Schatten spenden zu können, natürlich nach einem Bad im Fluss!

Der Weg nach Oykel Bridge zieht sich zwar etwas, ist aber nicht besonders weit, so das ich die sieben Kilometer bis etwa halb neun hinter mir habe.

Die namensgebende Brücke (man beachte den blauen Himmel)

Hier hab ich sogar Empfang und kann mich kurz daheim melden. Während ich hier Raste treffe ich Neil wieder, er macht etwas kürzere Tage, sodas ich ihn trotz Ruhetag in Ullapool schon wieder eingeholt habe.

Wir laufen die nächsten sieben Kilometer bis zu einem schönen Pausenplatz zusammen und quatschen viel.

Pause am Mittag (mit Sonne)

Auch die Pause verbringen wir noch zusammen, bevor sich unsere Wege trennen, ich mag unten am Fluss lang gehen und Neil lieber auf dem guten Weg bleiben, abgesehen davon laufe ich etwas schneller als er so das wir uns für meine geplante Zeltstelle verabreden, auch wenn Neil wohl noch ein wenig weiter möchte, wird er mich in Fluss oder im Zelt finden, so scherzen wir.

Der Weg am Fluss ist die ersten Kilometer ganz okay, wird dann aber für die letzten drei ziemlich schlammig. Und das nach den trockenen letzten Tage, bei normalem Wetter ist das hier unten bestimmt ziemlich unangenehm. (Schatten gabs auch keinen)

Hinter die Lodge will ich noch

Anschließend gehts am Ufer des Loch Ailsh entlang, etwa zwei Kilometer nördlich des Sees ist „meine“ Weggabelung. Mit meinen Pausen habe ich bis ziemlich genau 15 Uhr gebraucht und mein Zelt steht zwei Minuten später.

Es dauert auch nicht lange ehe ich im Fluss sitze und versuche mich von der Sonne abzukühlen. Anschließend verkrümel ich mich in den Schatten des Zeltes und schwitze noch etwas vor mich hin.

Gegen vier kommt Neil vorbei und wir quatschen noch etwas ehe er weiterzieht. Wenn alles so kommt wie wir geplant haben, sehen wir uns auf dem Trail wohl nicht nochmal, entsprechend verabschieden wir uns.

Blick aus dem Zelt (mit Sonne)

Morgen geht es dann östlich um den Ben More Assynt zur Glencoul Bothy, der Wanderführer schreibt das es anstrengend wird, aber immerhin ist die Hitzewelle vorbei, morgen wohl wieder weniger als 20 grad und es soll bedeckt sein, ich bin gespannt!

Gruß euer Wanderbresh

ps: es sind weniger als 100 Kilometer übrig bis zum Leuchtturm!

Tag 13 Weiter gehts

Mittwoch der 27. Mai, Ullapool – Schoolhouse Bothie ca 27 Kilometer

Ich bin heute, mal wieder, zeitig wach. Wie auch anders, ab fünf ist es Taghell im Zelt! Entsprechend bin ich ziemlich Früh, nämlich gegen viertel acht abmarschbereit. Allerdings gehe ich erstmal zur zum Hafen und setz mich nochmal hin und schau einfach nur. Gestern habe ich mit dem Gedanken gespielt noch einen weiteren Tag in Ullapool zu bleiben, Zeit habe ich genug und die Angebote an Tagesausflügen aufs Meer sprechen mich schon an. Allerdings habe ich keine zoomfähige Kamera dabei und andererseits will ich meinen „Wanderflow“ nicht verlieren. Also dann weiter gehts!

Hilfreiches Schild, zumal es eher in West – Ost Richtung weißt

Zu begin geht es erstmal ein gutes Stück über Asphalt aus dem Ort an zwei Kiesgruben vorbei, bis der Weg sich nach etwa sechs Kilometer eher zu einer Schotterstraße wandelt.

idyllische Pausenstelle

Diesem folge ich scheinbar endlos, vorbei an Schafen, Hirschen, Schweinen und Kühen, hier gibts das alles!

Süße Lämmchen

Nach dem East Rhiddoroch Estate wird der Weg dann wieder zu einem besseren Wanderweg und bald darauf komme ich an die Stelle wo der Hauptweg des Trails und der zustieg von Ullapool sich wieder vereinen. Von dem Punkt an ist es nicht mehr weit bis zur Knockdamph Bothie wo ich eine ganze Stunde Pause mache!

Knockdamph Bothie

Zwanzig Kilometer sind geschafft und es grade mal Mittag, viertel eins komme ich an der Bothy an und ich will nur noch weiter zur nächsten. Diese ist auch nur noch sieben Kilometer entfernt!

Im Huttenbuch hat sich James verewigt, er ist also wirklich gestern die 35 Kilometer und alle Höhenmeter bis hierher gelaufen, Respekt!

Ich bleibe meinem Ziel einen Tag länger treu, dieses Jahr keinen Dreißig Kilometertag zu machen als ich etwas später an der Schoolhousebothy ankomme und beschließe es für heute gut sein zu lassen.

Bis hier hatte ich sogar den ganzen Tag trockene Füße! (zwei Kilometer vor der Bothy)

Hier gibt es einen hübschen Fluss der direkt zum Baden genutzt wird!

Das Foto ist vom Abend, als ich um drei angekommen bin war da noch pralle Sonne

So kann ein Wandertag doch mal enden! Ich ich bin frisch gewaschen und chill so vor mich hin als Andy, ein gebürtiger Engländer aber Wahlschotte, aufkreuzt. Er mach hier Pause und will noch die sieben Kilometer nach Oykel Bridge gehen. Vorher quatschen wir fast noch Stunde. Netter Typ, wegen solchen Begegnungen nehme ich gern Hütten als Tagesziel.

Nachdem er weg ist verschwinden nach und nach auch die vier Autos hier (hier ist die letzte Parkmöglichkeit fur Tagesausflügler)

Da habe ich mich breit gemacht
und dort wurde früher gebüffelt

Ich bin dann auch schon relativ zeitig müde, mal sehen ob ichs bis um neun schaffe wach zu bleiben^^

Adieu euer Walking in Sunshine Ohooo Bresh!

Tag 12 Ruhetag

Dienstag 26. Mai, Ullapool (fast 0 Kilometer)

Heute mach ich nix! Nagut.. das Ruhetagsprogram, Wäsche waschen, Proviant für die nächsten Tage kaufen und vorbereiten sowie essen!

ein hübsches kleines Städtchen ist das hier

Ich kaufe mir sogar ein Paar Flip Flops (ein zweites paar Lagerschuhe habe ich wirklich vermisst bisher, und das tolle Wetter soll nur noch zwei Tage anhalten. Danach bekomm ich selbst die Trailrunner bestimmt wieder nicht mehr trocken) Außerdem hab ich mir ein Käppi geholt, da es morgen und übermorgen sehr sonnig werden soll und ich wahrscheinlich mein Augenlicht verlierenen würde wenn ich permanent in die Sonne schauen muss 😉

Ansonsten passiert heute nichts weiter, am Nachmittag sitze ich lange am Hafen und bekomme von den lokalen Fischerleuten eine kleine Robbenshow präsentiert

Da wird jemand gefüttert!

Alles in allem war das ein erfolgreicher Ruhetag, ich war wirklich sehr faul und habe soviel gegessen wie reinpasst!

Jetzt liegen ungefähr 225 Kilometer hinter mir und noch ca 160 vor mir (bis Durness. Gemeinerweise liegt das Cape Wrath nicht wirklich gut erschlossen am Rande einer Ortschaft, sondern von da ists noch etwas bis zur nächsten regulären Haltestelle. Vom Leuchtturm fährt zwar auch ein kleiner Bus zur Fähre, allerdings verpasst man dann die nördlichste Bothie Großbritaniens, dort möchte ich meine Tour ausklingen lassen.

Alles in allem werde ich mir vergleichsweise viel Zeit lassen, bis Sandwood Bay sind es für die meisten fünf Tage, ich werde mir sechs nehmen und anschließend nach den 12 Kilometern zum Leuchtturm, wie gesagt noch an der Bothie da oben gehen und noch eine letzte Nacht „auf“ dem Trail haben.

Morgen gehts also weiter ich bin schon gespannt auf den dritten und letzten Abschnitt =)

Gruß euer Wanderbresh

Tag 11 Fast trocken

Montag 25. Mai, kurz vor Shennaval Bothy – Ullapool ca 18 Kilometer

Die Nacht war wieder mal super, ich habe geschlafen wie ein Stein! Ich musste zwar einmal raus, weil ich pinkeln musste, sonst aber sehr erholsam!

der Lagerplatz

Die letzten Tage macht mir meine Achillessehne am Linken Fuß/Bein frühs immer ganz schön zu schaffen, glücklicherweise bekommt diese ja aber morgen mal einen Tag Pause^^

Heute geht es zwei mal auf etwa 400 Höhenmeter, geschlafen haben wir auf etwa 120m das Tal in der Mitte und das vor Ullapool sind fast auf Meeresniveau. Heut gehts also bissi auf und ab.

Blick zurück zu unsrem Übernachtungsplatz

Am Morgen verabschiede ich James, er geht nicht über Ullapool, sondern direkt zur Knockdamph Bothie und startet entsprechend zeitig. Als ich losmache ist auch Neils Zelt lange nicht mehr zu sehen, ich will allerdings auch nicht Mittags schon an der Straße nach Ullapool sein.

Blick auf die umgebenden Berge

Der erste Anstieg ist schnell erledigt auch die erste Ebene und der Abstieg geht zügig vorran. Ich merke das das ich langsam aber sicher wieder in Wanderform komme^^

Der Zweite Anstieg beginnt sehr steil, wird aber etwa ab Höhenmeter 150 entspannter, nur das Gelände ist nasser als erhofft. Ergo, Füße wieder nass!

Einzig den zweiten Abstieg finde ich mehr als erwähnenswert, 400(!) Höhenmeter auf etwa zwei Kilometer!

Sowas kommt auf Fotos selten rüber, aber huihuihui war das steil!

Glücklicherweise ist der Abstieg nicht schlammig sondern fast ausschließlich über Wiesen oder (griffige) Felsplatten. Unten gibts noch ein kleines Navigationsräsel wie es zu Straße geht, aber das ist mit GPS nicht allzuschwierig. Neil kommt kurz nach mir unten an, ihm kann ich das Rätsel ersparen und wir gehen gemeinsam zur Straße.

Neil ist super vorbereitet und direkt seine erste Taxinummer klappt. Wenig später sind wir in Ullapool. Ich verabschiede mich von Neil und beziehe Stellung auf dem Zeltplatz. Zu mehr als Duschen, einem Ausflug zum Supermarkt und Frittierter Schellfisch im Wrap auf die Hand reichts bei mir heute nicht mehr.

Ich merke wie erschöpft ich bin und verbringe den restlichen Abend im Zelt.

Morgen wird ausgeruht!

Bissi Obst und Cider!

In dem Sinne cheers

Euer Ciderbresh!

Tag 10 ist das Regen?

Sonntag der 24. Mai, Kinlochewe – vor Shennaval Bothy ca 25 Kilometer

Heute morgen we kt mich die Helligkeit wieder recht zeitig, aber ich bin gestern auch alles andre als spät eingeschlafen, also ist das Okay =)

Da ist aber jemand neugierig

Ich bin also gegen dreiviertel acht abmarschbereit. Llinos sagt mir noch bescheid das sie bei dem Wetterbericht heute lieber noch einen Tag in Kinlochewe bleiben möchte, und das wir uns keine Sorgen machen brauchen wenn sie heute Nachmittag nicht zu uns stößt.

Dann geht es aber wirklich los, das Örtchen ist nicht groß also bin ich bald raus und folge die ersten ca acht (?) Kilometer einem breiten Fahrweg.

Gibt sogar ne Feuerwehr hier!

Nach etwa fünfeinhalb Kilometern komme ich an einer Ruine vorbei, welche auf meiner OSM Karte als „Unterstand im Freien“ gekennzeichnet ist. Naja unterstellen kann man sich hier nirgends, dazu wäre eine Art Dach nützlich^^

Nichts mit unterstellen

Aber hinter dem Gebäude liegt ein sehr einladender bemooster Baumstamm, da sitze ich eine Weile und gugg mir die Gegend an, generell, Gegend ist hier ja viel!

Anschliesend biege ich ins nächste Tal ab und folge dem Anstieg, währenddessen wird aus dem Fahrweg ein meistens gut geschotterter etwa ein Meter breiter Weg. Bisher läuft es sich heute wirklich klasse! Mittlerweile hat es angefangen nicht mehr nur leicht nieseln, der Niederschlag ist irgendwo zwischen Sprühregen und stetigem leichten Regen. (dabei bleibts dann heute bis zum Ende der Wanderung auch)

Dahinter hab ich etwas Wetter und Windschutz und mach meine erste Snackpause

Später komme ich an einer weiteren Ruine vorbei, da ich ziemlich genau Halbzeit habe, und mich hinter ihr gut vor dem Wetter verstecken kann, bleib ich da für fast eine halbe Stunde. Später wird der Pfad dann wieder schottisch und im Anstieg verliert er sich dann völlig.

Weglos komme ich dann an einen Wasserfall, dessen Zufluss ich etwas oberhalb quere um anschliesend zum Loch an Nid abzusteigen.

Flutsch und weg ist man^^

Kurz nach dem Loch wird der Regen dann stärker und der Wind frischt auch gehörig auf, ich verkleide mich also wieder als Mülltüte mit Beinen und mach mich an den Abstieg in Richtung Shennaval. Der Weg hier hat es in sich und erfordert meine ganze Aufmerksamkeit, grade mit Poncho und bei dem Wind!

Da muss ich noch runter

Etwa drei Kilometer vor der Bothie kommt ein Abzweig zum nächsten Pass Richtung Ullapool, am Fuße dessen will ich zelten.

Gegen 15 Uhr bin ich dann da, James ist grad mit dem Lageraufbau fertig als ich dazu stoße und ich ich bau mein Zelt auch direkt auf um mich darin zu verkrümeln und dem Wetter auszuweichen.

Dann snacke ich rum und schau mir die morgige Etappe an und habe sogar ein Nickerchen! Gegen halb sieben hört der Regen auf (für vielleicht zwei Stunden) die Chance nutzen James und ich und sitzen Quatschen und futtern, schön hier!

Neil hat sein Zelt mittlerweile auch etwas Abseits aufgestellt

Als es gegen halb neun wieder mit regnen anfängt, verkrümeln wir uns allerdings wieder in die Zelte. Ich schreib noch mein Tagebuch und dann wird aber geschlafen!

Gute Nacht

Euer Müllsackbresh